Neue Serie – Herausforderungen der Nachkriegszeit

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Mit dem Einmarsch der französischen Truppen im April 1945 begann die Besatzungszeit auch in Würmersheim. Das französische Militär versuchte die Ordnung wieder herzustellen. Eine Entscheidung war unter anderem die Auflösung aller Sportvereine. Vereine, die den Namen „Germania“ trugen, erschienen dabei vermutlich besonders verdächtig.

Die Militärverwaltung erlaubte lediglich die Neugründung von allgemeinen Sportvereinen. Damit einher ging eine schwierige bürokratische Hürde. Jede Vereinsgründung konnte nur mit der notwendigen Genehmigung realisiert werden. Die ehemaligen Mitglieder des FV Germania gründeten im April 1946 den Sportverein Würmersheim als legitimen Nachfolgeverein. Am 17. November 1946 konnte die erste außersportliche Veranstaltung (eine Tanzveranstaltung in der Gaststätte zur Sonne) stattfinden. Die Einnahmen wurden teilweise für Ortsflüchtlinge und notleidende Mitbürger gespendet.

Erst in den kommenden Jahren sollte sich die politische Lage normalisieren. Es konnte nach mehreren Anläufen und der Bestätigung durch die Franzosen die Vorstandschaft gewählt werden. Und im Oktober 1953 wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung einstimmig die Rückkehr zum Vereinsnamen FV Germania Würmersheim beschlossen.

Auch sportlich ging es langsam voran, auch wenn die klamme Vereinskasse so manche Sorgen bereitete. Die noch vorhandenen Trikots mussten blau gefärbt werden, ehe man im November 1947 erstmals einen Trikotsatz (11 Trikots, Hosen und Stutzen), drei Paar Fußballschuhe und eine Luftpumpe angeschafft werden konnten.

Insgesamt gestaltete sich das Vereinsinventar minimalistisch. Im Jahr 1948 konnte der Verein insgesamt zwei Trikotsätze und drei Fußbälle sein Eigen nennen. Diese mussten für die Aktiven- und Jugendteams ausreichen. Lediglich acht Spieler besaßen zu dieser Zeit eigene Fußballschuhe.

Im Jahr 1949 wurde erstmals wieder ein kleines Fußballturnier in Würmersheim ausgetragen, bei dem es zum ersten Mal wieder Wurst und Brötchen ohne Lebensmittelkarte zu kaufen gab. Die entbehrungsreiche Zeit neigte sich nur sehr schleppend dem Ende entgegen. Erst zum Sportfest 1951 konnte weitere Fußballschuhe und ein weiterer Trikotsatz angeschafft werden.

(Infos aus der Vereinschronik anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums)

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