Neue Serie – Wechsel der Straßenseite

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Mittlerweile hatte man seit 50 Jahren eine feste Bleibe am heutigen Kreisel der Prätoriusstraße gefunden (siehe Bericht der vergangenen Woche). Das Gelände und das Clubhaus waren aber in die Jahre gekommen und für den Rasenplatz fehlte u.a. eine moderne Drainage. Würmersheim wurde im Jahre 1974 nach Durmersheim eingemeindet und von nun an war der Gemeinderat Durmersheim das entscheidende Gremium. Dem FV Germania wurde zunächst eine Modernisierung des Geländes zugesagt, doch schnell stellte sich heraus, dass die bestehende Sportanlage keine Zukunft haben würde, da für die Zukunft ein Baugebiet angedacht war.

Zunächst war auch die Westendstraße eine möglich Option für ein neues Sportgelände (so wäre der heutige Bebauungsplan dort wohl nicht zustande gekommen), doch schließlich wurde die Variante auf der gegenüberliegenden Straßenseite favorisiert und die Fläche südlich der Badener Straße auserkoren.

Die Verhandlungen im Gemeinderat zeigten aber schnell, dass der FV Germania zum Spielball der Lokalpolitik werden sollte und auch die Gespräche mit den Grundstückseigentümern verliefen zunächst nicht erfreulich. Dabei drängte aber die Zeit. Da der bisherige Rasenplatz wie bereits oben erwähnt nicht über eine moderne Drainage verfügte, mussten die Heimspiele immer wieder auf den Hartplatz ausgetragen werden, obwohl dieser gar nicht dafür zugelassen war. Die Schiedsrichter, Gegner und auch der Verband drückten immer wieder ein Auge zu, sonst hätte der FV Germania wohl gar keine Heimspiele mehr austragen können.

Es zogen mehrere Jahre ins Land und der Gemeinderat änderte plötzlich seine Meinung, obwohl nun auch der Verein die Lösung „Straßenseitenwechsel“ favorisierte. Auf einmal sollte doch der alte Standort bestehen bleiben und das Gelände modernisiert werden. Ein Architekt war bereits auserkoren, ehe die Posse weiterging. „Am 3.1.1978 fiel bei einer nochmaligen Abstimmung im Gemeinderat die endgültige, unumstößliche Entscheidung, den Sportplatz doch noch auf die südliche Seite zu verlegen, […], mit 16 zu 4 Stimmen.“ (Vereinsprotokoll).

Nach der Kehrtwende von der Kehrtwende war es nun also sicher: Die neue Heimat des FV Germania sollte am heutigen Standort sein. Wie zu erwarten war, sollten noch einmal ein paar Jahre ins Land ziehen, ehe das Regierungspräsidium im Mai 1980 endgültig grünes Licht gab. Das neue Clubhaus wurde 1982 fertiggestellt und auf den beiden Rasenplätzen konnte im Sommer 1983 der Spielbetrieb starten.

Dass auch dies nicht die letzte bauliche Maßnahme gewesen sein sollte, ist heute bekannt. Mittlerweile hat sich das Gelände des FV Germania zu einer der modernsten Sportanlagen der Region entwickelt und bietet mehreren hundert Kindern und Jugendlichen eine sportliche Heimat.

 

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