Neue Serie – Die Posse um den ersten Sportplatz

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Nachdem der Verein am 15. August 1919 von 28 Herren im Gasthaus zur Sonne gegründet worden war und die Ziele des Vereins in einer Satzung festgehalten wurden, startete auch die Suche nach einem geeigneten Gelände für den notwendigen Sportplatz. Würmersheim – damals noch eine eigenständige Gemeinde – war zu dieser Zeit noch weit von der heutigen Bebauung entfernt. Felder, Äcker und Wiesen waren in großer Zahl vorhanden, doch wurden die meisten natürlich auch bewirtschaftet. So startete man auf einer „kleinen Wiese hinter dem Farrenstall“ (heute Auer Straße) mit dem Trainingsbetrieb. Der erste Platz hatte damals die Maße von 25 auf 30 Metern, so dass lediglich kleinere Trainingsspiele stattfinden konnten.

Deshalb wand sich die Vereinsführung an die Gemeindeverwaltung und „erbat die Zuweisung einer geeigneten Wiese zur Pacht“. Nach der erforderlichen Zustimmung des Würmersheimer Bürgerausschusses, genehmigte der Gemeinderat am 20. März 1920 endlich die Verpachtung einer Wiese am „alten Exezierplatz“. Doch die Freude hielt nur kurz, denn die veranschlagte Pacht von 400 Mark/Jahr war den Verantwortlichen des FV Germania zu hoch. Außerdem stellte man schnell fest, dass auch der vorgesehene Platz zu kleine Maße besaß. So schlug man das Angebot des Gemeinderats aus und forderte eine Zuweisung einer größeren Wiese. Dies passte dem damaligen Bürgermeister Enderle und dem Gemeinderat jedoch nicht. Dem FV Germania wurde mitgeteilt, dass keine andere Fläche zur Verfügung stünde und das Thema damit erledigt sei.

Nicht jedoch für die Verwaltung des Vereins. Diese wandte sich an Badische Ministerium für Kultus und Unterricht in Karlsruhe. Und, etwas überraschend, schaltete sich das Ministerium ein und beauftragte das zuständige Bezirksamt Rastatt dieser Sache nachzugehen. Beide Streitparteien wurden zu Stellungnahmen aufgefordert, worüber sich Bürgermeister Enderle und der Gemeinderat nicht erfreut zeigten. Die Diskussionen schritten weiter voran und eine Einigung schien nicht in Sicht.

Der FV Germania stellte erneut einen Antrag und konzentrierte sich dabei erneut auf den „alten Exezierplatz“ sowie der nebenan liegenden Wiese, mit der die geforderten Maße erreicht werden könnten. Der Gemeinderat lehnte am 21. August 1920 erneut ab, doch der damals noch vorhandene Bürgerausschuss widersprach der Entscheidung nur eine Woche später mit einer klaren Mehrheit von 32 zu 5 Stimmen.

Wie diese klare Mehrheit zu Stande kam, bleibt zwar ein Rätsel. Doch vermutlich hatten auch die Würmersheimer Bürger die Diskussion satt. Und während in den Nachbarkommunen fleißig Sportplätze erschlossen wurden, war in Würmersheim nichts passiert. Dies änderte sich nun und gut ein Jahr nach der Vereinsgründung wurde dem FV Germania der Platz zu einer Anfangspacht von 200 Mark zugesprochen. Damit konnte man wie geplant im September 1920 erstmals an einer Meisterschaftsrunde teilnehmen. Das neue Sportgelände sollte für 9 Jahre die Heimat des FV bleiben und befand sich etwas außerhalb des damaligen Ortes in Richtung Elchesheim.

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