Interview mit dem Trainer unserer Ersten – Manuel Jung

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Hallo Manu, die Vorbereitung auf die neue Saison ist mittlerweile in vollem Gange. Zeit für einen kleinen Rückblick auf die vergangene Saison und vor allem für eine  Vorschau auf die kommende Runde.

Nach Abbruch der Saison stand unsere Mannschaft auf Tabellenplatz 10 in der Landesliga. Der Klassenerhalt wäre also auch ohne die Aussetzung der Abstiegsregelung gelungen. Wie zufrieden bist Du mit dem Erreichten?

Manu: Mit dem Erreichten in der abgelaufenen Saison bin ich zufrieden. Die Mannschaft sowie die Verantwortlichen hatten sich vor Saisonbeginn das Ziel „Klassenerhalt“ gesetzt.

Mit Platz 10 und 12 Punkten Abstand zu einem Abstiegsplatz wurde dies erreicht und wir können von einer gelungenen Saison sprechen.

 

Wie ist deine persönliche Meinung zur Entscheidung des Verbandes die Runde abzubrechen und keine Absteiger zuzulassen? Die Ligastärke hat sich dadurch erhöht und es muss mit mehr Absteigern gerechnet werden.

Manu: Der Abbruch der Saison war die richtige und auch konsequente Entscheidung. Wir befinden uns in einer Pandemie und in dieser müssen alle notwendigen Maßnahmen getroffen werden um diese zu bekämpfen. Das allerwichtigste ist die Gesundheit jedes einzelnen Menschen!!

Es wurde viel über die Wertung der Saison gesprochen und auch diskutiert. Der Verband hat eine Entscheidung getroffen und diese sollten auch alle Vereine in dieser Form akzeptieren.  

 

Du gehst –mit einem Jahr Unterbrechung –  in die achte Saison als Trainer des FV Germania Würmersheim. Neben den sportlichen Erfolgen – dem Bezirkspokalsieg 2015, der Bezirksligameisterschaft 2018 und den beiden Klassenerhalten in der Landesliga – hat sich die Mannschaft mittlerweile auch spielerisch sichtbar weiterentwickelt. Was hat sich verändert? Worauf legst Du im Spiel Deiner Mannschaft wert?

Manu: Als ich vor 7 Jahren zur Winterpause vom SV Au am Rhein nach Würmersheim gewechselt bin, stand das Team ganz hinten in der Bezirksligatabelle. Der Plan der Vereinsführung war, dass ich bis zur Sommerpause als Spieler aktiv bin und ab dem Sommer die Position des Spielertrainers übernehme. Dies änderte sich nach der Trennung vom damaligen Trainer am zweiten Rückrundenspieltag. Mit einer saisonübergreifenden Serie von ca. 30 Pflichtspielen ohne Niederlage konnten wir den Klassenerhalt sichern und die darauffolgende Saison auf Platz 2 abschließen. In den Aufstiegsspielen mussten wir uns in zwei tollen Spielen (1:1 Zuhause, 2:1-Niederlage auswärts) ganz knapp dem SV Oberkirch geschlagen geben. Die weiteren sportlichen Erfolge (Bezirkspokalsieg, Bezirksligameisterschaft ohne Saisonniederlage, Klassenerhalte) hast du ja bereits erwähnt.

Die größte und wichtigste Veränderung welche stattgefunden hat, ist die Entwicklung der Mannschaft in für mich persönlich sehr wichtigen Bereichen wie „Teamgeist“, Leistungsbereitschaft, Ehrlichkeit und  positive Repräsentation des Vereines in der Außendarstellung. Diese aufgezählten Punkte sind in der Zwischenzeit die Merkmale, mit welchen der FVW von anderen Vereinen und Personen wahrgenommen wird.

Innerhalb meiner Mannschaft lege ich viel Wert darauf, dass wir die oben aufgeführten Punkte (Teamgeist, Leistungsbereitschaft, Ehrlichkeit und positive Repräsentation des Vereines in der Außendarstellung) bestmöglich umsetzen.

Nehmen wir Beispielhaft den Punkt „Teamgeist“. Ich bin davon überzeugt, dass wir durch unseren Teamgeist erst diese Entwicklung in den letzten Jahren im sportlichen Bereich nehmen konnten. Das betrifft Spieler, Trainer, Betreuer sowie auch unsere Physiotherapeuten. Die Jungs verstehen sich alle sehr gut untereinander und verbringen teilweise auch viel Zeit in Ihrer Freizeit miteinander.

 

Mit Kapitän Stefan Ochs und den beiden Stürmern Roberto Riili und Sven Baumann haben erfahrene Spieler und wichtige Stützen den Verein verlassen. Dem stehen einige vielversprechende und vor allem junge Neuzugänge gegenüber. Deine Meinung hierzu?

Manu: Zu Beginn möchte ich mich nochmals bei allen drei Spielern für ihren Einsatz beim FVW bedanken. Wir haben zusammen viele tolle und schöne Momente beim FVW gehabt. Ich wünsche ihnen bei Ihren neuen Teams viel Erfolg und natürlich in der heutigen Zeit auch viel Gesundheit.  

Wie du sagtest, sind alle drei erfahrene Spieler welche in der kommenden Saison in tieferen Spielklassen mit deutlich weniger Zeitaufwand ihrem Hobby weiter nachgehen werden.

Unsere Neuzugänge sind junge talentierte Spieler aus der Region oder der eigenen Jugend. Diesen Weg verfolgen wir bereits seit einigen Jahren und ich bin ein absoluter Befürworter dieses Weges.

Es ist aber weiterhin sehr wichtig eine gute Altersstruktur im Kader zu haben. Nur junge oder nur ältere Spieler im Kader zu haben, ist meiner Meinung nach nicht sehr zielführend.

 

Der Kader ist aktuell sehr breit aufgestellt. Alle Positionen sind hart umkämpft. Das könnte ein großer Vorteil sein. Am Ende können dennoch nur 15 Spieler zum Einsatz kommen. Wie willst Du Frust und Enttäuschung bei den nicht-berücksichtigten Spielern vermeiden?

Manu: Wir werden in der kommenden Saison ein größeres Programm an Pflichtspielen absolvieren. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig einen breiteren Kader zur Verfügung zu haben. Weiterhin möchte sich auch jeder Spieler weiterentwickeln und dies funktioniert nur durch einen gesunden und fairen Konkurrenzkampf im Training. Dass am Wochenende nicht immer alle Spieler zum Einsatz kommen können und es dadurch auch mal zu Frust oder Enttäuschung kommen kann, ist normal. Aber dann heißt es für den Spieler in den nächsten Trainingseinheiten sich so gut zu präsentieren, dass der Trainer mich spielen lassen muss.

Weiterhin haben wir mit unserem „Team 2“ in der A-Klasse auch eine sehr gute Möglichkeit sich durch gute Leistungen zu empfehlen.

 

Interessant sind sicherlich die beiden Positionen in der Innenverteidigung und im Angriff. Wie planst Du für die kommende Runde, welche Veränderungen sind möglich?

Manu: Wir sind auf diesen Positionen im Vergleich zur letzten Saison etwas breiter aufgestellt, was natürlich auch einen verschärften Konkurrenzkampf bedeutet. Für mich als Trainer bietet es aber auch mehrere unterschiedliche Optionen. Wir werden während der Saison flexibler auf Spielstände bzw. Gegner reagieren können.

 

Mit dem Aufstieg der Zweiten Mannschaft in die Kreisliga A ergeben sich womöglich auch bessere Möglichkeiten für einen regelmäßigen  Austausch von Spielern. Wie läuft hier die Zusammenarbeit, welche Rolle spielt die Zweite als „Sprungbrett“ für Dich?

Manu: Patrick Wagner und ich sind gefühlt täglich im Austausch. Wir besprechen sehr viel und tauschen Ideen aus. Ich sehe unsere zweite Mannschaft nicht als getrennte Mannschaft an, ganz im Gegenteil! Es ist das perfekte Sprungbrett, um sich durch gute Leistungen für den Landesligakader zu empfehlen. In der letzten Saison konnten dies Jakob Voß und Jan Koglin nutzen.

Hierzu ein kleines Beispiel:

Es spielten ca. 70-75% der aktiven Spieler des Seniorenteams bereits in der Jugend beim FVW. Dies zeigt die Nachhaltigkeit der Jugendarbeit sowie das seit Jahren erfolgreiche Integrieren der Jugendspieler in die Seniorenteams durch die Verantwortlichen der Aktivität sowie der tolle familiäre Umgang innerhalb des Vereines.

 

Auch die A-Junioren haben im vergangenen Jahr außergewöhnliche Leistungen erbracht. Drei Spieler sind bereits zur neuen Saison in die Aktivität gewechselt. Weitere talentierte Spieler könnten folgen. Das Stichwort ist hier „Integration“. Wie stellst Du Dir das vor?

Manu: Der Verein steht für eine gute Jugendarbeit und man muss die Integration als einen sehr wichtigen Punkt sehen.  Vorteilhaft ist es, wenn es zum Thema „Integration“ ein Vereinskonzept gibt und die Spieler sowie auch Trainer/Ausbilder dieses umsetzen.

Aus meiner persönlichen Sicht (Sichtweise Aktivität) ist es sehr wichtig, dass man den jungen Spielern ohne Druck die Zeit gibt, sich in der Aktivität zu integrieren. Hierzu gehören regelmäßige Trainingseinheiten (mind. einmal pro Woche), Einsätze in Spielen der Aktivität sowie auch das persönliche Gespräch über den aktuellen Leistungsstand sowie das transparentmachen von Entscheidungen und der weiteren Planung.

Natürlich bedeutet eine Integration auch, dass in Bereiche des A-Jugendteams eingegriffen wird und diese Entscheidungen bei unterschiedlichen Personen als Schwächung der Mannschaft oder unfair angesehen wird. Hier muss ich aber widersprechen, denn es bietet auch anderen Spielern die Möglichkeit sich durch längere Spielzeiten weiterzuentwickeln und zu Leistungsträgern zu werden. Aus diesem Grund ist es eine wichtige aber auch keine leichte Aufgabe der Jugendtrainer/-Ausbilder sowie der Jugendleitung den Spielern dies zu vermitteln und Ihnen das Ziel des Vereines weiterzugeben, denn das gemeinsame Ziel sollte es sein so viele Spieler wie möglich in den Seniorenmannschaften des FVW oder in einer anderen Funktion beim FVW zu halten.

 

Zum Abschluss: Wir starten nun in unser drittes Landesligajahr. Welche Ziele hast Du mit dem Team für die kommende Saison?

Manu: Im sportlichen Bereich haben wir uns das Ziel gesetzt auch im dritten Landesligajahr wieder die Spielklasse zu halten und natürlich so viele Derbys wie möglich erfolgreich zu gestalten.

Weiterhin möchte ich mit der Mannschaft noch weniger „unnötige Niederlagen“ erleben 😉

Die Integration unserer Neuzugänge sowie Jugendspieler ist für mich auch ein wichtiger Punkt, der zur Erfüllung unserer Zielsetzung beitragen kann. Hier sind wir nach den ersten Wochen auf einem sehr guten Weg.

Die Mannschaft sowie auch Ich freuen uns auf die kommende Saison und wir möchten uns für die tolle Unterstützung von „Allen“ in den letzten Jahren bedanken! Wir zählen weiterhin auf eure Unterstützung und freuen uns auf die kommenden Aufgaben.

 

Danke Manu, für Deine ehrlichen, offenen und ausführlichen Antworten!

(Interview geführt von Stephen Jung)

 

 

 

 

 

 

 

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